Glühlampenwechsel, Käserei - Auswandern nach Paraguay

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

2021
In unserer alten Heimat, in Guarambare, hatten wir eine Autowerkstatt unseres Vertrauens, wo wir zum Birnenwechsel oder Reifenreparaturen hingingen. Tja, nun war mal wieder ein Birnchen kaputt. Wir suchten uns eine Werkstatt, die von außen schon mal ansprechend war. Ich fragte den Angestellten, ob er uns das Birnchen reparieren könne. Er schaute, meinte, vamos a ver, und machte sich ans Werk. Er holte die Lampe heraus und verschwandt erstmal. Dann kam er zurück und sagte, er müsse eine besorgen, aber dazu braucht er dinero. Ich fragte, wieviel? Er: einen Moment, er fragt nach. Schwang sich auf sein Moped und kurz darauf kam er wieder angefahren und sagte 30 Tausend und es müssten beide gewechselt werden. Habe ich zwar noch nie erlebt, bislang wurde immer nur die defekte Birne getauscht. Naja....., ich gab ihm 50.000 und er brauste wieder davon. Die Lampen wurden gewechselt nachdem er mir das  Restgeld ausgehändigt hatte und ich fragte, was er für seine Arbeit bekäme. Lo que quieres - was su willst. Also bekam er 5.000, mehr wollte ich nicht. In Guarambare haben wir immer 20.000 komplett bezahlt.
Ausflug in die Käserei Procole
Reiner hatte mal wieder das Internet durchforstet und eine Käserei in der Nähe von Piribebuy gefunden, die Führungen anbietet. Unsere Nachbarn waren auch gleich Feuer und Flamme und unsere früheren Nachbar wollten auch mit. Okay, Elke hat sich dann lieber ins Krankenhaus gelegt, aber wir trafen uns trotzdem mit dem Rest am Sonntag vormittag bei der Käserei.


Wir bekamen alle ein Häubchen verpasst, Mundschutz ja sowieso und dann mussten wir die Schuhe noch in einem Desinfektionsbad abtreten und wurden dann in die Produktion geführt.
Der Führer erzählte uns dort die einzelnen Vorgänge. Joachim bat ihn gleich anfangs, er möge doch ein wenig langsamer sprechen, weil wir ja Deutsche sind. Gut, nach 2 Sätzen war das auch wieder vergessen. Aber wir haben doch recht gut verstanden.

Dann ging es in den Kühlraum, wo wir erfuhren, wie lange die verschiedenen Käsesorten reifen mussten, wie oft sie mit Salzlauge gewaschen werden müssen, wie die Temperatur im Kühlhaus sein muss und so manches andere.
Anschließend gab es noch eine Verkostung. Hübsch hergerichtete Bretter mit unterschiedlichen Käsesorten, mit Oliven, Weintrauben und Mandeln verziert. Anschließend wurde uns Raclett serviert. Rotwein, Weißwein und Saft stand auch zur Verfügung. Wir hatten so einen schönen Sonntagsausflug gemacht und wollten auf dem Heimweg noch In Piribebuy ins El Mundo auf einen Kaffee oder was auch immer.

Dominik startete seinen Wagen und es kam eine mörderische Qualmwolke aus dem Auspuff, es wollte gar nicht mehr aufhören. Dominik stand neben dem Auto, den Zündschlüssel in der Hand und meinte nur, ich mach doch gar nix. Puh...nicht schön. Also rief er die Versicherung an, dass die einen Abschleppdienst schicken. So musste er bei Procole warten und Joachim lud die Familie in sein Auto. Und nach dem Kaffee nahmen wir alle mit. Dominik fand sich auch irgendwann wieder ein.

Tierisches im März
Eines Morgens musste ich feststellen, dass unser Obst angefressen war. Mein erster Gedanke war, Maus oder gar Ratte, weil ich einige Tage vorher nachts draußen irgendwas die Wand habe herunterhuschen sehen. Reiner meinte aber, das wäre bestimmt ein Gecko, wovon wir ja so einige haben. Ob ein Gecko tatsächlich so viel frisst? Ich puderte Mehl um die Obstschale und morgens waren kleine Pfötchen zu sehen. Aber das sind keine Mäuse- oder Rattenabdrücke. Dann war auch noch mein Plastikbehälter mit Trockenfutter angenagt. Also doch....... Gut, bisher hatten wir nirgedwo Mäusedreck gefunden, jetzt schon auf dem Regal im Deposito. Wir kauften zunächst mal eine Mausfalle. Hm, Speck war weg, Mausefalle nicht zugeschnappt. Blödes Ding! Dann Gift gekauft. Ich trapierte halt einfach mal zwei Häufchen im Regal. Morgens weg. Einige Tage das gleiche Spiel. Dann legte ich den ganzen Rest hin. Früh fast weg. Gut, scheint zu klappen. Samstags abend wollte ich die Hunde nochmals rauslassen. Wollte meine Schlappen anziehen und da lag ein dünner Ast daneben. Ich greife ihn mir, um ihn hinauszubefördern. Da ist er aber auch schon weg. Igitt, es war ein Rattenschwanz, der da unter die Couch flüchtete. Die Ratte kam aber gleich darauf wieder zum Vorschein, wackelte und kippte um und wollte wieder unters Sofa. Jetzt hielt ich sie mit meinem Latschen davon ab, bis Reiner mit Schaufel und Besen kam und das Tierraus und über den Zaum warf. Ich entdeckte neben der Couch einen großen blutverschmierten Fleck. Ich sagte dann beim Wegputzen, dass wir morgen mal die Couch vorrutschen und schauen, ob da mehr Blut ist.
Oh, wir fanden am anderen Tag sechs Rattenbabys, die wohl erst frisch geboren waren. Die Augen noch zu und auch nicht mehr so fit. Die Couch war von unten bereits ziemlich angefressen. Aber Gott lob nur der Stoff und nicht das Polster. Wir wollten gar nicht darüber nachdenken, wenn die Babys herangewachsen wären.

Da war dann unsere Tarantula noch das angenehmere Übel. Die vergnügte sich wenigstens nur am Pool. Mein Bedarf an Viecherei ist für diesen Monat wirklich gedeckt.

Beinahe hätte ich noch unsere kleine Eule vergessen. Sie verirrte sich auf unsere hintere Terrasse und verweilte dort den halben Tag. Gott sei Dank haen sie die Hunde nicht mitbekommen.
Sehr zum Leidwesen von Salia und Josua verabschiedete sich deren Reitlehrerin, um im Chaco eine Stelle anzunehmen. Zum Abschied lud sie alle Freunde und Reitschüler zum vegetarischen Eintopfessen ein. Einen Tag zuvor waren bereits die meisten ihrer Pferde abgeholt worden, so dass alles natürlich noch trauriger aussah.  Aber zum Glück konnten die Beiden so viel an Wissen einsaugen, dass sie mit ihren Pferdchen auch ohne Vanessa klarkommen werden. Es flossen so manche Tränen an diesem Tag.
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü